Der Badepark Haßloch feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen als Ganzjahresschwimmbad. Im Jahr 2019 zählte der Badepark eine Gesamtbesucherzahl von 153.544 Personen, davon ca. 55 % in den Monaten Mai bis September. In den letzten vier Jahren verbuchte der Badepark im Schnitt 159.378 Besucherinnen und Besucher. 

Am 31. Dezember 2019 bestanden noch Restdarlehen in Höhe von ca. 1,3 Mio. €. Der jährliche Verlustausgleich belastet den Haushalt der Gemeinde derzeit mit ca. 1,1 Mio. €. 

Nun liegt eine Entwurfsplanung vor, wonach der Badepark nach Abriss der Schwimmhalle oberhalb des Kellers durch einen kompakten einstöckigen Neubau ersetzt werden soll. Mit der  Fokussierung auf junge Familien, Senioren, Kursteilnehmer und Schwimmer ist ein Ganzjahresbad geplant mit 

  • 25-Meter-Schwimmerbecken mit vier Bahnen  
  • 12,5 x 10m Multifunktionsbecken mit Hubboden für Kurse und Rehasport  
  • Kinderspielbereich mit ca. 70qm Wasserfläche innen 
  • und ca. 65 qm Wasserfläche im  Außenbereich  
  • Ganzjahres-Warmwasser-Außenbecken mit 94 qm  
  • Saunabereich mit 3 Saunen  
  • Dampfbad / Wärmeraum 
  •  neuem Umkleide- und Sanitärbereich  
  • neuem Gastronomiebereich 

Das Freibad soll im Übrigen unverändert bestehen bleiben. 

Der CO2-Ausstoß des neuen Badeparks wird bei ca. 1.000 t/Jahr pro Jahr liegen. Das ist ein rund 54% geringerer CO²-Ausstoß als bisher.  

Die voraussichtlichen Baukosten sollen ca. 16,7 Mio. € betragen.  Der jährliche Verlustausgleich wird mit 1,2 Mio. € prognostiziert. Die Baukosten sind darin enthalten.

 

Der Neubau des Badeparks ist die richtige Lösung

Klare Zielgruppen

Der neue Badepark konzentriert sich auf Schwimmer, Kinder und Kursangebote für alle Generationen. In klar getrennten Bereichen gibt es ein 25m-Becken mit vier Bahnen für Schwimmer, eines für Kurse mit Hubboden und einen Erlebnisbereich mit Wellenbad vor allem für Kinder

54% CO2-Einsparung

Der Neubau verbraucht durch seine kompakte Bauweise und moderne Technik viel weniger Gas, Strom und Wasser. Das ist gut für die Umwelt und spart dauerhaft einen großen Teil der laufenden Betriebskosten - ein Vorteil gerade bei steigenden Preisen. 

Mehr Kursangebote

In einem neuen Becken mit Hubboden sind vielfältige neue Angebote für alle Altersgruppen möglich. Schwimmkurse, Fitness oder Reha-Sport können öfter stattfinden. Die Nachfrage konnte bisher nicht gedeckt werden. Auch externe Gruppen können diesen Bereich nutzen.

Kinderfreundlich

Der Kinderbereich ist mit einem modernen pädagogischen Konzept unter Mitarbeit einer anerkannten Fachbuchautorin gestaltet und bietet ein Wellenbad und andere Wasserspiele. Gerade deshalb fördert das Land Rheinland-Pfalz den neuen Badepark großzügig.

Finanziell sicher

Die langfristige Investition in den neuen Badepark ist zu den aktuellen Zinsen nahe Null gut finanzierbar. Die Kosten sind konkret berechnet und enthalten auch Puffer für Unvorhergesehenes. Ein modernes Schwimmbad ist im Betrieb viel kostengünstiger als das alte Gebäude zu erhalten.

Ergebnis der Befragung 2016

Die erste Einwohnerbefragung hatte ein klares Ergebnis: Der Badepark soll als Ganzjahresbad am Standort erhalten bleiben. Dem Votum der Bürger haben wir uns verpflichtet und ein tragfähiges Konzept bis zur Baureife entwickelt. Jetzt sollten wir es umsetzen.

 

FAQs - Ihre Fragen rund um den Badepark

Wieso benötigen wir in Haßloch ein Ganzjahres-Hallenbad?

Schwimmunterricht in der Schule ist nur durch ein Ganzjahresbad möglich. Die Schwimmbäder in der Umgebung sind bereits durch Schulgruppen überfüllt und die Fahrt dorthin dauert zu lange. Für ältere Bürger/innen ist es ebenfalls oft nicht möglich, umliegende Schwimmbäder zu erreichen.

Die Baukosten in Höhe von 16,7 Mio. € sind viel zu hoch!

Die einmaligen Baukosten sind nicht wirklich entscheidend, da sie über einen langen Zeitraum finanziert werden. Zu den Baukosten kommen allerdings die Kosten für den Betrieb wie Wasser, Energie oder Personal. Das jährliche Defizit der Gemeinde aus dem Badepark beträgt insgesamt etwa 1,2 Mio. Euro. 

Und die Investition zahlt sich aus: Wir bekommen ein neues Schwimmbad, das uns jährlich gesehen ungefähr das gleiche kostet wie bisher.

Wieso gibt es nochmal eine Bürgerbefragung?

2016 standen mehrere ganz verschiedene Konzepte zur Auswahl: Sanierung, Attraktivierung, Schließung, Kooperation mit Plopsa. Keines dieser Konzepte war bis zu einer genauen Kostenberechnung für den Bau vorbereitet. Basierend auf der Entscheidung der Bürger für eine Attraktivierung wurde der Plan für eine Attraktivierung genauer erstellt und berechnet.

Dabei entstand neue Unsicherheit in der Politik: Der Plan weist höhere Baukosten für das Modernisierungskonzept auf als in 2016 geschätzt waren. Durch die hohen Energieeinsparungen eines Neubaus sind diese aber irrelevant für jährlichen Verlust. Um sich abzusichern, hat der Gemeinderat eine erneute Bürgerbefragung beschlossen. Die CDU könnte dem Plan auch ohne eine erneute Befragung zustimmen.

Waren die Baukosten nicht mit 8,5 Millionen Euro geplant?

Die Zahl 8,5 Millionen Euro war ein “grober beraterseitiger Schätzwert unter der Voraussetzung, dass vorhandene Gebäude- und Badewassertechnik weitergenutzt werden können” (Strategiekonzept Altenburg, S. 122). Das Modernisierungskonzept aus dem Jahr 2017 war  wiederum keine konkrete Planung. Die angesprochenen Voraussetzungen waren zudem nicht tragfähig. Heute sprechen wir von einer konkreten Kostenberechnung.

Kann sich Haßloch das überhaupt leisten?

Die Investition wird über einen Kredit bei den Gemeindewerken und Zuschüsse des Landes finanziert. Diese Baukosten sind in dem jährlichen Zuschussbedarf von 1,2 Millionen Euro bereits enthalten. 

Der Badepark wird im Verbund mit den Gemeindewerken geführt. Daher ist er vom Haushalt der Gemeinde schon immer nahezu unabhängig. Sollte der Gewinn der Werke einmal nicht ausreichen, um das Defizit des Schwimmbads zu decken, müsste die Gemeinde diesen Betrag ausgleichen. Das kam bisher ein einziges Mal vor. 

Und die Investition zahlt sich aus: Wir bekommen ein neues Schwimmbad, das uns jährlich gesehen ungefähr das gleiche kostet wie bisher.

Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf das Vorhaben?

Die Corona-Pandemie hat auf die Kostenberechnungen zum neuen Badepark keinen direkten Einfluss.

Der Badepark wird im Verbund mit den Gemeindewerken geführt. Daher ist er vom Haushalt der Gemeinde schon immer nahezu unabhängig. Sollte der Gewinn der Werke einmal nicht ausreichen, um das Defizit des Schwimmbads zu decken, müsste die Gemeinde diesen Betrag ausgleichen. Das kam bisher ein einziges Mal vor. 

Richtig ist, dass der Haushalt der Gemeinde durch Steuerausfälle infolge der Pandemie schwer getroffen wird. Über die Auswirkungen muss der Gemeinderat unabhängig von einer Entscheidung über den Badepark beraten.

Andererseits ist eine Investition in die Zukunft wie der Neubau des Badeparks eine wichtige Unterstützung der Wirtschaft und sichert Arbeitsplätze. Daher sind öffentliche Bauprojekte ein guter Beitrag zur Überwindung der aktuellen Krisensituation.

Wie ist das mit der CO2-Steuer?

Die neue CO2-Abgabe startet 2021. Das neue Schwimmbad spart gegenüber dem bisherigen Bad über 54% CO2 ein und kostet somit auch deutlich weniger. Eine reine Sanierung kann solche Effekte nicht erzielen. Durch den höheren Energieverbrauch würde sich durch die CO2-Abgabe das Defizit in Zukunft also vergrößern. Ein Freibad würde ebenfalls von der “CO2-Steuer” betroffen sein: Auch hier müssen die Becken oft zusätzlich geheizt werden, die Technik braucht Strom.

Hat der Neubau Auswirkung auf die freiwilligen Leistungen der Gemeinde?

Neben dem Badepark leistet sich die Gemeinde Haßloch eine Vielfalt an freiwilligen Leistungen, die unseren Ort lebenswert machen. Beispiele sind Musikschule, Bücherei, Blaubär, Andechser Bierfest oder der Umweltschutz. Alle werden aus dem Haushalt finanziert. 

Der Badepark wird im Verbund mit den Gemeindewerken geführt. Daher ist er vom Haushalt der Gemeinde schon immer nahezu unabhängig. Sollte der Gewinn der Werke einmal nicht ausreichen, um das Defizit des Schwimmbads zu decken, müsste die Gemeinde diesen Betrag ausgleichen. Das kam bisher ein einziges Mal vor. 

Über die Auswirkungen müsste der Gemeinderat im Einzelnen bei der Haushaltsaufstellung  beraten. Eine konkrete Aussage zu einzelnen Leistungen ist daher nicht möglich.

Wäre ein Freibad nicht besser?

Ein Freibad ist im Schnitt höchstens 120 Tage im Jahr geöffnet. Die meiste Zeit davon liegt in Ferienzeiten. Ein Schulschwimmen ist in diesem Zeitraum für eine Gemeinde unserer Größe nicht darstellbar. Auch viele liebgewonnene Kursangebote sind in einem Freibad nicht mehr möglich.

Finanziell ist ein Freibad nicht wesentlich günstiger als ein gutes Ganzjahresangebot. Ein Rückbau kostet außerdem zusätzlich Geld. In der Summe kam die Schätzung anlässlich der Einwohnerbefragung 2016 zu dem Ergebnis, dass die Freibadvariante über einen Zeitraum von 10 Jahren gerade einmal 1 Million Euro günstiger wäre als die damals favorisierte Attraktivierung.

Ein Freibad würde ebenfalls von der “CO2-Steuer” betroffen sein: Auch hier müssen die Becken oft zusätzlich geheizt werden, die Technik braucht Strom.

Wäre eine Renovierung des aktuellen Schwimmbads nicht besser?

Für die Renovierung gibt es derzeit nur sehr ungenaue Kostenschätzungen. Eine Renovierung wäre jedoch sehr teuer und würde den jährlichen Verlust nicht verringern. Im Gegenteil: Schon 2016 waren die Kostenschätzungen für eine reine Sanierung knapp 2 Millionen teurer als die gewählte Variante “Attraktivierung”. 

Durch den höheren Energieverbrauch des bestehenden Gebäudes würde sich durch die CO2-Abgabe das Defizit in Zukunft sogar noch weiter vergrößern. Dieser Kostenfaktor war damals noch völlig unbekannt.

Was passiert mit den Eintrittspreisen bei einem Neubau?

Im Konzept “Attraktivierung” 2016 waren Preiserhöhungen vorgesehen. Trotzdem hat sich die Mehrheit für diese Variante entschieden. Die aktuelle Prognose für den Betrieb des neuen Badeparks geht davon aus, dass Besucherzahl und Eintrittspreise im Schnitt bleiben wie bisher. Es soll also keine Preiserhöhung wegen des Neubaus geben.