Gegenüber: Daniel Mischon ist neuer „Vize-Chef“ der Dürkheimer Polizei

Von Alexander Sperk

Bad Dürkheim. Daniel Mischon ist seit Anfang Mai neuer stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Bad Dürkheim. Ein enger Kontakt zu den Bürgern ist dem Haßlocher ein ebenso besonderes Anliegen wie der Einsatz für Jugendliche und Senioren.

Instinktiv will der 44-Jährige die Hand zur Begrüßung hinstrecken, ehe er schnell zurückzieht. „Ich bin offen. Ein typischer Pfälzer eben“, sagt Mischon über sich. Und da gehört Händeschütteln dazu, außerhalb von Corona-Zeiten versteht sich. Eines Tages, so erzählt er, habe er gesagt: „Ich will Polizist werden. Und das habe ich noch keinen Tag bereut.“

 

Über Germersheim, Neustadt, Landau und Ludwigshafen führte ihn sein beruflicher Weg nach Bad Dürkheim, wo er im Mai die Nachfolge des pensionierten Peter Strube-Vogt als stellvertretender Inspektionsleiter und Leiter des Kriminal- und Bezirksdiensts angetreten hat. Mischon ist engagiert – auch außerhalb des Polizeidiensts: Er sitzt für die CDU im Haßlocher Gemeinderat, ist Elternausschuss-Vorsitzender in der Kita und Handball-Jugendtrainer bei der TSG Haßloch. Sport habe ihn geprägt, bekennt der 44-Jährige, der eine körperlich imposante Erscheinung ist, Zugführer der Polizeikräfte bei Demonstrationen oder Fußballspielen war.

Mischon hat Karate gemacht und stammt aus einer Handballer-Familie, war selbst als C-Jugendlicher Deutscher Handball-Meister mit der TSG. Jetzt gibt er seine Erfahrung als Jugendtrainer weiter. Die Arbeit mit jungen Menschen ist etwas, das ihm auch im Polizeidienst am Herzen liegt. So hat Mischon in seiner Laufbahn viel Präventionsarbeit an Schulen geleistet und war stellvertretender Leiter des Ludwigshafener Hauses des Jugendrechts. „Die Rückmeldung, dass ein Kind durch unsere Arbeit wieder auf den richtigen Weg gekommen ist, ist einer der schönen Momente in unserem Beruf“, erzählt der Haßlocher. Wichtig bei der Präventionsarbeit im Jugendbereich sei die Vernetzung mit anderen Stellen wie Schule, Jugendamt und Jugendgerichtshilfe.

Doch auch den Schutz von Senioren hält Mischon für einen ganz wichtigen Teil der Polizeiarbeit. Alte Menschen würden oft Opfer von Verbrechen, weil sie helfen wollten. „Wenn diese Hilfsbereitschaft ausgenutzt wird, finde ich das ganz schlimm“, sagt der Vater von zwei Söhnen. Auf die Stelle in Bad Dürkheim habe er sich beworben, weil er das familiäre Arbeiten in kleineren Dienststellen schätzen gelernt habe. Hinzu kommt die Nähe zu seinem Heimatort Haßloch. Daher kennt er die Region sehr gut. „Das ist sicher ein Vorteil“, sagt Mischon. Dass es ausgerechnet in seinem ersten Jahr in Dürkheim wohl keinen Wurstmarkt geben wird, sei sehr schade: „Aber nach den derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen kann man das wohl nicht ändern.“

Bürgernähe ist Mischon wichtig: „Wenn jemand bei uns anruft und sich für die Störung entschuldigt, sage ich immer: ,Sie stören uns nicht, wir sind doch für Sie da’“, berichtet er. Es sei wichtig, dass die Bürger der Polizei Mitteilungen machten. So könne in vielen Fällen Schlimmeres verhindert werden.

Quelle
Ausgabe Die Rheinpfalz Bad Dürkheimer Zeitung - Nr. 131
Datum Montag, den 8. Juni 2020 - Seite 11