20.07.30 Rhpf CDU und Schmiereien an Verteilerkästen im öffentlichen Raum

Haßloch: CDU regt Bemalungsaktion der Strom- und Verteilerkästen an – Schulen, Kitas, Vereine und Einrichtungen sollen mitmachen

Von Gerd-Uwe Haas

Die CDU will Schmierfinken die Möglichkeit nehmen, Strom- und Verteilerkästen mit Graffiti oder Parolen zu besprühen. Kleine und große Nachwuchskünstler aus Schulen, Kindergärten, Vereinen und Einrichtungen sollen die grauen Schränke, die sich in der Nähe ihres Standorts befinden, mit passenden Motiven bemalen.

Wie kann man verhindern, dass immer mehr Strom- und Verteilerkästen im Ort beschmiert werden? Diese Frage hat sich die CDU-Fraktion gestellt. „Denn Schmierereien im öffentlichen Raum auf Strom- und Verteilerkästen schädigen nicht nur das Ortsbild, sondern auch alle Bürger“, so die CDU. Die Kosten der Beseitigung würden schließlich auf die Allgemeinheit beziehungsweise die Kunden umgelegt.

Vor diesem Hintergrund hat die CDU eine Lösung überlegt, die Katharina Schuler und Daniel Mischon, beide CDU-Ratsmitglieder, im Gespräch mit der RHEINPFALZ vorstellten. In der Kriminologie spreche man von der „Broken-Windows-Theorie“ (Theorie der zerbrochenen Fensterscheiben), erläuterte Mischon. Übertragen auf die Situation hier, bedeute das: Ein beschmierter Strom- und Verteilerkasten müsse schnell repariert oder gesäubert werden, damit weitere Schmierereien verhindert werden können.

Mischon bringt die Idee der CDU auf den kurzen Nenner: „Wir nehmen den Schmierern sozusagen die Leinwand.“ Bevor die Kästen also von Sprayern verunstaltet werden können, sollen Kinder und Jugendliche, Vereinsmitglieder und andere ehrenamtliche Mitstreiter die Strom- und Verteilerkästen in ihrer Umgebung verschönern. „Wenn ein Kasten schön bemalt ist, wird er erfahrungsgemäß selten von Schmierfinken mit Farbe, Schriftzügen oder Graffiti beschmiert“, so Schuler und Mischon.

Dazu soll zunächst die Gemeindeverwaltung beauftragt werden, alle Strom- und Verteilerkästen im Ortsgebiet – aufgegliedert nach Gemeindewerken und Fremdfirmen wie Telekom oder Vodafone – zu erfassen. Dann soll die Verwaltung Kontakt zu Schulen, Kindergärten, Sportvereinen, Musikschule und Blaubär aufnehmen. Sie sollen gefragt werden, ob bei ihnen Interesse besteht, bei einer solchen Aktion mitzumachen und in ihrem Umfeld die Bemalung der Kästen, am besten mit einem jeweils passenden Motiv, zu übernehmen. Vieles ist hier nach Ansicht der CDU-Vertreter denkbar: So könnten in der Ortsmitte Bilder aus den Partnerstädten aufgemalt werden, auf den Anfahrtswegen zu Sportvereinen und -anlagen könnten Sportarten dargestellt werden, und in der Nähe von Kindergärten und Schulen könnten Kita-Gruppen und Schulklassen die Kästen mit kindgerechten Motiven verzieren.

Gemeindewerke und Telekommunikationsunternehmen sollten gefragt werden, wie sie den Vorschlag finden. Notwendig sei auch, die genaue Anzahl der Verteilerkästen sowie die Materialkosten zu ermitteln, die Sponsoren beziehungsweise die Gemeinde übernehmen könnten. Die Gruppen sollten je nach Standort für ein Gebiet eingeteilt werden, in dem sie mit Pinsel und Farbe zur Tat schreiten können. Vorschläge zur Gestaltung müssten der Verwaltung beziehungsweise dem Ausschuss für Tourismus, Veranstaltungen und Ortsmarketing vorgelegt werden.

Mischon und Schuler stellen sich auch vor, dass ein Wettbewerb stattfinden könnte, bei dem Teilnehmer für die am schönsten gestalteten Kästen mit Preisen belohnt werden.

Quelle: Die Rheinpfalz Mittelhaardter Rundschau - Nr. 176, Freitag, den 31. Juli 2020, Seite 15