Woher kommt eigentlich unser Trinkwasser und welchen Weg nimmt es, bis es bei uns aus dem Hahn fließt? Dieser Frage ging der CDU Ortsverband Haßloch am Samstag, 24. Oktober, gemeinsam mit über 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei einer Radtour nach. Vom Radfahrer-Denkmal am Rathausplatz aus führte die Strecke zu drei Stationen der Haßlocher Wasserversorgung. Begleitet wurde die Gruppe von Herrn Spiegel und weiteren Mitarbeitern der Gemeindewerke Haßloch (GWH), die an jeder Station ausführlich informierten.

Erste Station: Der Erdbehälter in der Rennbahnstraße

Im Verlauf der Rennbahnstraße liegt, von außen kaum zu erahnen, der größte Wasserspeicher der Haßlocher Versorgung. Mit rund 5.000 Kubikmetern fasst der Erdbehälter ein Vielfaches dessen, was der Wasserturm aufnehmen kann. Der Behälter ist in einen Innen- und einen Außenring unterteilt und stellt sicher, dass die Gemeinde auch in Zeiten hohen Verbrauchs zuverlässig mit Wasser versorgt wird. Die GWH wiesen dabei auch auf die Wasserampel auf ihrer Homepage hin: Zeigt sie Gelb oder Rot, wird die Bevölkerung um einen sparsamen Umgang mit Wasser gebeten.

Zweite Station: Das Wasserwerk Benzenloch

Das Herzstück der Versorgung ist das Wasserwerk Benzenloch auf der Gemarkung Duttweiler. Von hier aus werden Haßloch, Iggelheim und Duttweiler seit 1929 mit Trinkwasser versorgt. Gefördert wird es aus sechs Tiefbrunnen im Umfeld des Wasserwerks. Im Werk durchläuft das Rohwasser Kiesfilter, die Eisen und Mangan zurückhalten. Anschließend wird es belüftet, mit UV-Licht desinfiziert und mit rund 6 bar Druck nach Haßloch gepumpt. Insgesamt sind das rund zwei Millionen Kubikmeter im Jahr.

Dritte Station: Der Wasserturm auf dem Trappenberg

Den Abschluss bildete das wohl bekannteste Bauwerk der Haßlocher Wasserversorgung. Im Volksmund wird er „Duttweiler Wasserturm” genannt, da er auf Duttweilerer Gemarkung steht, er gehört aber den Gemeindewerken Haßloch. Seine Geschichte reicht in die 1920er Jahre zurück. Damals versorgten sich die Haßlocher noch aus eigenen Brunnen, deren Wasser stark eisenhaltig und oft trüb war. Probebohrungen in Haßloch brachten 1928 kein zufriedenstellendes Ergebnis, auf Duttweilerer Gemarkung dagegen schon. Mit knapper Mehrheit von 12 zu 10 Stimmen beschloss der Gemeinderat daraufhin den Bau von Wasserwerk und Wasserturm. Richtfest wurde am 2. September 1929 gefeiert, Ende desselben Jahres ging die Anlage in Betrieb.

Der 44 Meter hohe Stahlbetonbau ruht auf zwölf Stützen und besitzt eine doppelte Wasserkammer mit einer Million Litern Fassungsvermögen. Im Inneren führt eine rund 30 Meter hohe Wendeltreppe nach oben. Seit 2009 steht der Turm unter Denkmalschutz. Eine Zahl sorgte bei den Teilnehmenden für Staunen: Bei der Planung ging man von 35 Litern Wasser pro Einwohner und Tag aus, heute liegt der Durchschnitt in Haßloch bei rund 122 Litern.

Der Vorstand des CDU Ortsverbands Haßloch bedankt sich herzlich bei den Gemeindewerken Haßloch, insbesondere bei Herrn Spiegel und seinem Team, für die fachkundigen Führungen und die großzügige Bewirtung. Die Tour hat eindrucksvoll gezeigt, wie viel Technik, Planung und Verantwortung hinter jedem Glas Haßlocher Leitungswasser steckt.